Rainer Winter Stiftung unterstützt Little Smile

 

Seit dem Tsunami 2004 unterstützt die Rainer Winter Stiftung das Hilfsprojekt „Little Smile“ in Sri Lanka, das verlassenen Kindern und Waisen ein Zuhause bietet. Wir haben mit dem Gründer, Michael Kreitmeir, gesprochen.

Wie helfen Sie den Kindern in der Region?
Ich habe die Kinderhilfsorganisation Little Smile vor zwölf Jahren hier in Sri Lanka gegründet. Wir haben bis heute zwei Krankenhäuser gebaut, Schulen, Häuser für Witwen und verlassene Frauen und bisher sieben Kinderheime. Das erste und mein Herzensprojekt jedoch, wo ich auch die meiste Zeit lebe, liegt in den Bergen Sri Lankas. Es ist das Kinderdorf Mahagedara. Vielen dieser Kinder ist bereits Schlimmes widerfahren, sei es im Bürgerkrieg, durch Gewalt in den Familien oder durch Vernachlässigung. Wir geben ihnen hier zunächst die Möglichkeit, wieder Kind sein zu dürfen, zu lachen aber auch zu lernen, um nach Little Smile aus dem Kreislauf von Not, Elend und Gewalt ausbrechen zu können. Deshalb haben wir im Dorf auch viele Ausbildungsbetriebe und Trainingszentren.

Auf welche Schwierigkeiten stoßen Sie bei Ihrem Hilfsprojekt?
Die größte Schwierigkeit ist der Neid. Wir haben Erfolg mit unseren Projekten und das lockt leider auch Neider an. Zudem werden Nicht-Regierungs-Organisationen in diesem Land derzeit viele Steine in den Weg gelegt, soziale Arbeit wird misstrauisch beobachtet und leider oft auch behindert.

Bleibt bei dieser Arbeit noch Platz für Sie als Person?

Ich trage für viele hundert Menschen, meist Kinder oder hilflose Frauen, die Verantwortung. Da bleibt nicht viel Zeit oder Raum für eigene Wünsche jenseits dieser großartigen Aufgabe. Hier in der Region nennen mich nicht nur die Kinder „Lokuthatha“, das heißt „großer Vater“. Kein Wunder, dass da immer jemand ist, der was von mir will, der mich braucht. Ich bin also weitgehend mit dieser Rolle des „Lokuthatha“ verschmolzen, bin dieser Vater geworden, suche und finde mein Glück, indem ich das Unmögliche versuche und dabei sehr vieles möglich wird.

Wie sieht das Leben  in Little Smile aus?

Wir stehen um vier Uhr morgens auf und kommen selten vor 23 Uhr ins Bett. Es gibt jeden Tag dreimal Reis mit gekochtem Gemüsecurry, 365-mal im Jahr. Nichts ist hier sicher außer dass Nichts sicher ist, Strom beispielsweise, haben wir oft nur zwei Stunden pro Tag. Man muss zwar genau planen, aber es kommt jeden Tag so viel Überraschendes dazu und vieles von dem, was man sich vorgenommen hat, wird über den Haufen geworfen. Ich lebe hier sehr einfach, wir müssen unser Gemüse gegen Affen, Wildschweine und wilde Elefanten verteidigen. In der Nacht kommen dann die Blutsauger, Moskitos und allerlei anderes Kleingetier, aber das stört mich schon lange nicht mehr.

Gibt es auch Einheimische, die sich engagieren?
Fast alle Betreuerinnen sind ehemalige Little Smile-Kinder. Sie sind geblieben, um ihren „Lokuthatha“ zu unterstützen und anderen Kindern etwas von dem zu geben, was sie hier bekommen haben.

Sie müssen viel entbehren und stoßen auf viele Schwierigkeiten. Warum tun Sie das?
Zusammen mit meinem Sohn war ich vor vielen Jahren in Sri Lanka und wir mussten mit ansehen, wie ein kleines Waisenmädchen starb. Dies gab mir den letzten Anstoß, um mein sehr erfolgreiches und angenehmes Leben als Filmemacher und Regisseur hinter mir zu lassen. Seitdem gebe ich zurück, was ich selbst bekommen habe, das Recht zu lachen, zu lernen, zu lieben. Little Smile Mahagedara ist ein Ort für und mit Kindern, der eine Ahnung davon gibt, wie wir leben könnten, ohne Gier, ohne Lüge, ohne Angst. Und darum bin ich froh und dankbar, Teil davon zu sein. Mahagedara heißt übersetzt „das Zentrum der Familie, der Ort, an dem der Vater lebt“.

Wie sieht der Weg für die Zukunft aus?
Ich habe hier gelernt, dass es Unsinn ist, sich mit Möglichkeiten, mit Hypothesen zu beschäftigen. Niemand weiß, was morgen kommen wird, doch wer im Heute, im Hier und Jetzt, das Richtige tut, dem muss nicht bange sein, ganz egal was kommen wird.